| Impuls Kapitel 1 von 5 |
Überforderung erkennen: Was dein Körper dir sagt
Überforderung kommt selten mit einem lauten Knall. Meist schleicht sie sich ein – und dein Körper weiß es lange vor deinem Kopf.
Vielleicht kennst du das: Du erledigst, was zu erledigen ist. Du bist für andere da, hältst Termine ein, denkst an alles. Von außen läuft es. Und trotzdem ist da dieses Gefühl, dass etwas nicht mehr stimmt – eine Müdigkeit, die auch nach dem Wochenende bleibt, eine Gereiztheit, die du von dir nicht kennst.
Überforderung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie entsteht, wenn über längere Zeit mehr von dir gefordert wird, als du an Kraft nachfüllen kannst. Das Tückische daran: Wir gewöhnen uns an diesen Zustand. Was vor einem Jahr noch „zu viel“ war, fühlt sich heute normal an.
Die leisen Signale
Dein Körper spricht eine klare Sprache, wenn du ihm zuhörst. Typische frühe Hinweise sind verspannte Schultern und ein fester Kiefer, flacher Atem, Einschlafen mit kreisenden Gedanken oder Aufwachen in den frühen Morgenstunden. Auch dein Verhalten verändert sich: Du sagst Verabredungen ab, die dir eigentlich guttun, greifst öfter zum Handy, um abzuschalten, oder reagierst auf Kleinigkeiten ungewohnt heftig.
Keines dieser Zeichen ist für sich genommen ein Alarm. Zusammengenommen erzählen sie dir aber etwas über deinen aktuellen Stand. Wenn körperliche Beschwerden anhalten oder dich beunruhigen, lass sie bitte ärztlich abklären.
Wahrnehmen statt bewerten
Der erste Schritt aus der Überforderung ist nicht, etwas zu ändern. Der erste Schritt ist, ehrlich hinzuschauen – ohne dich dafür zu verurteilen. Solange du dir sagst „Stell dich nicht so an“, überhörst du genau die Information, die du brauchst.
In diesem Kapitel geht es deshalb nur um eines: wahrnehmen, was ist. Nicht mehr und nicht weniger. Alles Weitere baut darauf auf.
Das nimmst du mit
- Überforderung entwickelt sich schleichend – und wird schnell zur Gewohnheit.
- Dein Körper zeigt dir früh, wie es dir wirklich geht.
- Wahrnehmen kommt vor Verändern. Bewertung darf draußen bleiben.
Dieser Kurs dient der persönlichen Selbstreflexion und ersetzt keine ärztliche, psychotherapeutische oder psychologische Behandlung.
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